Im Silicon Valley zu gründen ist Zeitverschwendung

November 25, 2016
MaschinenMarkt

Das deutsche Unternehmen Forcam bezeichnet sich selbst als Industrie-4.0-Pionier. Franz Gruber gründete die Firma 2001 nachdem er SAP verlassen hatte. Er baute sie zu einem globalen Unternehmen aus und nahm sich im Moment der großen Finanzkrise 2009 den US-Markt vor. Für ein Unternehmen mit 48 Mitarbeitern war das der entscheidende Schritt zum Wachstum.

Ausfallzeiten, Fehler und Materialverschwendung zu reduzieren, ist das Ziel der von Forcam entwickelten Software. Sie soll die Lücke zwischen ERP-Software und dem Produktionsbereich schließen. Nach dem ersten Kunden 2001, dem Daimler Motorenwerk in Untertürkheim, folgen im Jahr 2007 Global Player wie Audi, Schaeffler, Mann und Hummel. Zwar ist der Durchbruch für das junge Unternehmen geschafft, um jedoch weiter schnell zu wachsen richtet sich der Blick auf das Ausland.

Herr Gruber, wie bewerten Sie den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl?

Gerne möchte ich der Trump- Hysterie in Deutschland mit folgender Meinung begegnen: Er hat als erfolgreicher Geschäftsmann bewiesen, dass er gelernt hat, Entscheidungen auf rationaler Basis zu treffen. Diese Fähigkeit wird auch seinen politischen Entscheidungen zugrunde liegen.

Wie kam denn Ihre damalige Entscheidung der Expansion in die USA zustande? An Trump kann es ja noch nicht gelegen haben...

Das Schicksal ist manchmal ein guter Ratgeber, denn Daimler Chrysler, einer unserer größten Kunden in Deutschland, stellte den Kontakt zu Professor Jay Lee von der Universität Cincinnati her. Professor Lee ist Experte bei Industrie 4.0, vorausschauender Wartung und Diagnostik. Nach gegenseitigen Einladungen besuchte ich ihn in Cincinnati, Ohio - da war die Entscheidung gefallen.

Haben Sie sofort die Firma gegründet?

Nein, ich musste erst schauen, ob meine Vorstellungen mit der Realität überein stimmten. Cincinnati ist einmal aus geografischer Sicht ein sehr strategischer Standort. Die zweite Frage lautete: Wo finde ich die Ingenieure und Programmierer, die mir das künftige Wachstum sichern? Dank der vielen Top gerankten Universitäten in Cincinnati, gibt es hier ein großes Reservoir an Nachwuchs, das unseren Ansprüchen entspricht. Als drittes Argument würde ich, wie ich es nenne, das Infrastruktur- und Support-System anführen, das es auch einer kleinen Technologiefirma ermöglicht, sich niederzulassen. In unserem Fall erhielten wir Unterstützung von der Europäisch/Amerikanischen Handelskammer, dem Cincinnati Regional Chamber of Commerce und unserem Rechtsanwaltsbüro.

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